|
Unterfahlheim: eine
Fischzuchtanlage der SS als Dachauer KZ-Außenlager im Zweiten Weltkrieg Spurensuche nach zwei Außenlagern des KZ Dachau im Landkreis Neu-Ulm und bei Magirus in Ulm Sabine Schalm |
|||||
|
In den Mitteilungen des
Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg und seiner KZ Gedenkstätte überwiegen
die historischen Nachrichten über die so genannten frühen Lager des
nationalsozialistischen KZ-Systems. Im Mittelpunkt standen und stehen die
Lager in Württemberg, Heuberg, Kuhberg, Gotteszell, die schon im Sommer 1935
im Rahmen neuer Entwicklungen im KZ-System der Nazis aufgelöst worden waren. |
Häftlings war für die SS nicht von Bedeutung. Konnte ein Häftling wegen Entkräftung oder Krankheit seine Arbeit nicht mehr verrichten, wurde er ins Stammlager Dachau zurückgeschickt und Ersatz angefordert. Wenn sich der Zustand des kranken Häftlings nicht schnell besserte, wurde er von Dachau in eines der Vernichtungslager Auschwitz oder Majdanek überstellt und dort ermordet. Die Lebens und Arbeitsbedingungen variierten in den Außenlagern grundlegend und müssen im Einzelfall untersucht werden, um Aussagen treffen zu können. So konnte die Zuteilung in ein kleines Außenlagerauch das Überleben einzelner Häftlinge sichern. Das war dann der Fall, wenn in dem Außenlager keine extremen körperlichen Arbeiten zu verrichten waren, wenn die Verpflegung und Unterbringung gesichert war und die SS-Wachmannschaften sich nicht durch besondere Brutalität auszeichneten. Dies scheint im Fall von Unterfahlheim und Ulm/Magirus so gewesen zu sein. | ||||
|
Das Dachauer Außenlager Unterfahlheim, 1943 bis 1945 Das Konzentrationslager Dachau und seine 170 Außenlager Das Konzentrationslager Dachau ist heute zu einem Synonym des nationalsozialistischen Unrechtsregimes geworden. Dachau war das erste KZ (damals noch KL abgekürzt), das in Süddeutschland errichtet wurde, und das einzige im Deutschen Reich, das die gesamte NS Zeit über, von 1933 bis 1945, bestand. Das KZ Dachau, ganz wesentlich von Heinrich Himmler geprägt, stand Modell für alle weiteren Konzentrationslager im besetzten Europa. Hier erließ der Lagerkommandant Theodor Eicke am 1. Oktober 1933 die Disziplinar- und Strafordnung für das Gefangenenlager, die später auch in allen anderen Konzentrationslagern Anwendung fand. Im SS-Straf- und Polizeilager in direkter Nachbarschaft zum KZ Dachau wurden die SS-Totenkopfverbände ausgebildet, die als Posten oder Lagerfunktionäre in den Konzentrationslagern eingesetzt wurden. m Gegensatz zum Ulmer Konzentrationslager waren in Dachau |
I zwischen 1933 und 1945 nicht vorwiegend
politische Gegner der Nationalsozialisten, sondern mehr als 200.000 anders
denkende Oppositionelle aus dem Deutschen Reich und den besetzten Gebieten,
Geistliche, Juden, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Sinti und Roma, so genannte
Berufsverbrecher und Asoziale" inhaftiert[1].
|
Außenlager Unterfahlheim in der "Rühmer'schen Fischereischule" Das erste Dachauer Außenlager in der Region bestand von Sommer 1943 bis April 1945 in der sog. Rühmer'schen Fischereischule in Unterfahlheim. Inder Literaturtauchen für dieses
Außenlager zwei verschiedene Ortsbezeichnungen auf: Neu-Ulm und
Unterfahlheim. Die Fischereischule von Dr. Karl Rühmer lag in der Nähe von
Unterfahlheim am Biberhaken, an der heutigen B 10 von Neu-Ulm kommend in
Richtung Leipheim. Nachweislich bestand kein weiteres Außenlager in Neu-Ulm,
weshalb es sich bei den beiden Lagern NeuUlm und Unterfahlheim
wahrscheinlich um ein und das selbe Häftlingskommando handeln dürfte.
Fortsetzung Seite 7 |
|||
| Seite 6
|
|||||